|
Das Elbschlösschen - Der ehemalige Landsitz Baur Elbchaussee 354 bis 374, einst war es Bauernland. Bei der großen Landreform von 1786/88, der Verkoppelung, gehörten die Flurstücke „Im Felde“ und „Grot und Lüttholtkamp“ dem Nienstedtener Bauernvogt Peter Groth. Im Jahre 1796 erwarb dieses Landstück der Justizrath F.J. Eitzen, und schon 1797 war Berend Roosen der Eigentümer. Der Altonaer Kaufmann und Reeder Johann Heinrich Baur erwarb in zwei Abschnitten 1803 und 1806 dieses Landstück zwischen heutiger EIbschloßstraße, Christian-F.-Hansen-Straße und Elbchaussee; er richtete hier seinen Landsitz ein.
Eine Karte von 1865 über den in Nienstedten gelegenen Grundbesitz zeigt typische Strukturen eines von J. Ramèe geplanten Parks: große Grünfläche ohne Wegenetz, von Gehölzen mit Wegen eingerahmt. Das Landhaus liegt erhaben. In der Südostecke befindet sich ein mit Reet gedeckter runder Pavillon, der einen Blick elbaufwärts bietet und die Beobachtung des Verkehrs auf der Landstraße (Elbchaussee) ermöglicht. Peter Suhr hat in seiner Lithographie „Der Elbstrand in Nienstedten“ diesen Punkt festgehalten. Genau wie heute beim Haus Elbchaussee 354 ist der Geländesprung zur Straße durch eine Natursteinmauer gesichert (wahrscheinlich noch ein Relikt aus der Ramèe-Zeit). Solch ein steiler Geländesprung war damals ein Trick, um vom Parkinneren einen freien Blick in die Nachbarlandschaft ohne störenden Zaun zu haben. Westlich des Landhauses grenzte alter Baumbestand des „Holtkamps“ nebst kleinem Wasserlauf den Nutzgarten nebst Hofplatz vom Park ab. Der Schwiegersohn Baurs, Dr. Eduard von Hildebrandt, war einer der letzten Nutzer des Grundstücks. Testamentar-Executoren verkauften das Grundstück. Nach dem Abbruch der Brauereigebäude im Jahre 1999 ist das Gelände im Zuge der Neugestaltung mittels Aufhöhungen gänzlich verändert worden. Die vier Großwohnhäuser mit den Eigentumswohnungen und einer ebenerdigen Tiefgarage stehen auf künstlicher Anhöhe und lassen das historische „Elbschlösschen“ in einem Loch erscheinen - keine geringere Bausünde als vor 115 Jahren die Errichtung der noch erhaltenen und nun auch denkmalgeschützten Neuen Mälzerei in unmittelbarer, fast erdrückender Nähe. (Der Heimatbote 08/2003/HC)
Artikel: Internationaler Seegerichtshof Artikel: Entwicklung eines Nienstedtener Wohnquartiers Artikel: Baron Voght und Senator Jenisch in Klein Flottbek Artikel: Teufelsbrück Artikel: Hochkamp und die Eisenbahn Artikel: “Nienstedten-Dockenhuden” (Mühlenberg, Hirschpark und Führungsakademie) Artikel: Der Airbus auf dem Mühlenberger Loch FEUERWEHR - BÜRGERVEREINE - KIRCHE - SCHULEN - SPORT - GESCHICHTE - SERVICE
|